| Aene Gespinst |






aene gespinst.





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14.07.12

Torino /Liebeserklärung






Unchronologisch und so, wie es mir gerade in den Sinn kommt, werde ich in den nächsten Tagen 
meine Bilder aus Norditalien posten, wohin ich neulich gereist bin.
Ich habe dieses Mal selbst die Negative gescannt und mich dazu entschlossen, dass der schwarze 
Negativrand dranbleibt!...


Zunächst Turin: eine Stadt, in die ich immer zurückkehren muss, weil sie so schön ist! Auch, 
weil mit jeder Straßenecke, jedem Gebäude und jedem Lichteinfall verschiedener Tageszeiten 
so viele Erinnerungen verknüpft sind, und weil dort Menschen wohnen, bei denen ich mich zu 
Hause fühle, die wiederzusehen ist, als wäre keine Zeit seit dem letzten Wiedersehen vergangen, 
egal, wie viele Jahre es her ist.
Ich setze mich einfach auf eine Bank, vielleicht am Palazzo Carignano oder der Piazza Bodoni, 
oder schlendere durch die Schachbrett-Straßen, Via Po, Via Carlo Alberto, Via Garibaldi und 
zurück, und lasse mich ganz von Erinnerungen übermannen, die auf mich hereinströmen und 
denen ich mich so gerne aussetze.
Turin, hier hat Nietzsches geistige Umnachtung begonnen, und Nostradamus die Zukunft vorher-
gesehen, hier treffen sich zwei magische Dreiecke, die der schwarzen und weißen Magie, die 
man durch komplizierte Sichtachsen und Fingerzeige steinerner Statuen nachverfolgen kann, 
hier wurde der Nougat erfunden und der Martini.


Bilder: Università di Torino, Via Po. / Verwaltung.
In Palazzi hineinspähen ist meine Lieblingsbeschäftigung in Turin. Die Farben, Materialien, Schönheit, 
es gibt immer etwas zu entdecken. In den Bars klappern Espressotassen, und es wird geschäftig 
mit Tramezzini hantiert. 

20.06.12

Home for the past 9 months






#1: Blick in den Innenhof vom Schreibtisch und Schreibtisch.
#2: Wohnzimmer.
#3: Küche, Mittagessen, Polish Patterns Bettwäsche, Treppenaufgang mit Spitzengardinen. 

Freunde von Freunden, diese Webseite, die mich durch die unglaubliche, betont uninszenierte 
Perfektion ihrer abgebildeten Bewohner der digitalen Bohème und deren Wohnungen regelmäßig 
kopfschüttelnd-ungläubig vor meinem Bildschirm verharren lässt (ja, fragt mich ruhig, warum 
ich die Seite dann überhaupt anschaue).
Hier meine Version -  Freunde fon Freunden (Exklusiv-Interview mit Selbst):



æne, who lives in this typical old building from the times when Wrocław was still German, welcomes 
us with her warm-hearted smile and freshly bought Polish herbatniki in her flat. We immediately 
felt welcomed as if we had found a home in the unknown. Polish warmheartedness has definitely 
rubbed off on her. 


So fängt es immer an. Die Gastgeber, die die Türen ihrer tollen Wohnungen öffnen, werden erst 
einmal in höchsten Tönen gelobt. Besonders wird die Wärme und Menschlichkeit der Bewohner 
betont – warum eigentlich dieser Wettbewerb im Warmherzig-Sein? Würde sonst wohl doch 
alles zu unmenschlich, gekünstelt wirken. 

FfF: æne gespinst, sag mal, kriegst du nicht den Koller in dieser Wohnung?

æ: Doch, den Koller bekomme ich. Mich erfasst dann das ganz unbändige Gefühl, mich vor eine 
weiße Wand setzen zu wollen und sie tranceartig eine lange Weile anzustarren.

FfF: Wie ist es für dich, in dem Haus anderer Leute zu wohnen, mit deren Sachen in den Schränken?

æ: Ich habe mir Schneisen in diese Sachen gebahnt, und meine eigenen dazwischen platziert. 
Ein paar Dinge mussten in den Keller weichen. Also die Trockenblumen und die Papstbilder meine ich. 
Und die Kleider aus kommunistischen Zeiten. Von denen hat man einen Ausschlag bekommen, 
wenn man sie angefasst hat. Auch ein paar Familienbilder aus dem Wohnzimmer mussten weichen, 
denn sie verlangen geradezu aufmüpfig nach einem persönlichen Bezug, den ich nicht bieten 
kann. Ich habe die Bilder lieber zu den Kassetten und dem Sonntagsservice in den Schrank 
gelegt. 
Insgesamt mag ich aber das Gefühl, in einer Wohnung mit Geschichte zu leben, mit Familien-
geschichte, die ich ja teilweise auch kenne. Die verschiedenen Lagen Farbe, Linoleum und Tapeten 
zu sehen. Außerdem ist die Wohnung für mich ein großer Luxus, im wahrsten Sinne des Wortes. 
Auf 92mzu zweit lebt es sich sehr gut. Es dauert eine Minute, von einem Ende der Wohnung 
zum anderen zu laufen! (lacht).

FfF: Was ist der kurioseste Gegenstand, der dir in dieser Wohnung über den Weg gelaufen ist?

æ: Eine Infrarotlampe, Familienfotoalben, Plastikkronleuchter. Auch die Seife, die man in einen 
Magnet hineindrückt um sie anzudocken, ist herrlich. Hatte meine Oma auch. Eierschneider, 
Pökelhölzer. Bettwäsche mit vielen Blumenmustern. Ockergelb gestrichener Fußboden...

FfF: Stopp stopp, das reicht. Wir wollen unsere Leser nicht verschrecken.

æ: Entschuldigung. Ich wollte noch ein bisschen weitermachen. Ich werde diese Wohnung sehr 
vermissen, müssen sie wissen. Mit allem darin. Mit meinen Freunden und mir in dieser Stadt.

FfF: Dein Hausflur hat herausgeschlagene Fensterscheiben, duftet nach Bier und die Mülltonnen 
im Innenhof ernähren Bewohner wie Tauben.

æ: Ja, die Tauben sind wirklich nicht so angenehm. Und man sollte keine Yogaatmung im Treppen-
haus vollführen. Aber es ist immer was los im Innenhof und auf den Wänden sind so viele Graffiti, 
dass es auch nicht langweilig wird beim Hochsteigen. Der Gegensatz zwischen diesem Hausflur 
und den Spitzengardinen, die jemand an den herausgebrochenen Fensterscheiben angebracht 
hat, ist so herzzerreißend, dass ich manchmal weinen muss, wenn ich nach Hause komme.

FfF: Was hat dich dazu gebracht, in Polen zu leben?

æ: Das Leben ist originell (Italo Svevo).



The three hours of visiting passed so quickly as if we had been friends forever. æne gespinst 
very politely guides us back to her street as we were a bit afraid of leaving the building alone. 
We will come back in 15 years time when everything is renovated and refurbished and gentrification 
has proceeded. Until then, we wish æne gespinst good luck with her future projects.  

25.01.12

Größer, schöner, weiter































Im Jahr 2012 möchte ich mit größeren Bildern aufwarten, damit ihr mehr 
zu schauen habt und mehr Details erkennt. Auch wenn die Tendenz bei 
mir zum großen Korn und nicht zur digitalen Megaauflösung geht, 
können größere Ansichten nicht schaden, denke ich mir. 


Das Bild ist genau vor einem Jahr entstanden und zeigt die kentishe Küste. 
Bald gibt es neue Winterbilder von mir. Die Farben verschwimmen im 
Winter alle zu einer Harmonie mit nur sehr vagen, feinen Nuancen. Man 
muss Nachsicht haben mit dem Winter. 

06.08.11

Bottled in Bath


































Dieses wunderschöne kleine Museum in Bath ist entstanden, als ein großer Mineralwasser- und Limonadenhersteller, Bowler, sein Geschäft aufgegeben hat. Bowler hat allerdings auch vieles andere produziert, denn wer überhaupt Maschinen besaß, der konnte eigentlich gleich alles mögliche herstellen. 
Sonst ist Bath eher für seine römischen Bäder bekannt, aber die Höhe des Eintritts schreckt den Studenten ab, wie leider so oft in England. So haben wir der Arbeitervergangenheit Baths nachgespürt, auch wenn das eher ungewöhnlich ist für diese reiche, sandsteinfarbene, edle Stadt. 

18.05.11

Labyrinth




Ich habe ein Labyrinth in meinem Fuß entdeckt. Mann, ist das kompliziert! Jetzt weiß ich auch, warum ich mich so oft verlaufe. 

16.05.11

Steinzeitlich




















Mein Fotoapparat Canon F1 ist schon sehr alt, aber immer noch tüchtig. Analoges Fotografieren ist mir immer noch das liebste, aber vielleicht habe ich einfach noch nicht die optimale digitale Spiegelreflex-Kamera für mich gefunden. Bei der F1 gibt es keine Automatik, und sie ist vollkommen mechanisch. Man braucht nur eine Batterie für den Belichtungsmesser. Das ist ein sehr versicherndes Gefühl, zu wissen, dass diese Kamera jederzeit einsatzbereit ist und keine Elektronik spinnen kann und kein Akku leer gehen kann. Das nenne ich robust.

Neulich habe ich meinen Blog auf einem steinzeitlichen Rechner angeschaut, das hat mich einigermaßen entsetzt. Überall waren so komische Serifenschriften und ganz merkwürdig angeordnete Dinge und Farben. Nun frage ich mich, ob ihr den Blog alle auch gut sehen könnt oder ob er ganz deformiert bei euch ankommt. 

08.03.10

Das halbe Leben


Ordnung! Fast eine Woche lang habe ich mein Hab und Gut gesichtet, Umzugskartons und Schränke geöffnet und sortiert und die Hälfte (grobe Schätzung) weggeschmissen! Dafür habe ich ein Talent, fürs Wegschmeißen. Ich bin relativ unnostalgisch, wenn es um Gegenstände geht, die mir irgendwann mal irgendwer gegeben hat, die mir aber nie gefallen haben und deshalb Platz machen müssen für NICHTS. Leere Regalbretter sind wunderschön.

Ich habe mir viel Zeit genommen, alte Sachen anzugucken und zu lesen und mich zu amüsieren, habe sie aber dann, kurzentschlossen in einem schnellen Gestus dem Stapel "WEG" zugeführt. Ich muss allerdings zugeben, dass ich manche Dinge sofort mit einem Papier bedecken musste, sonst hätte mir ihr Anblick im Mülleimer doch noch etwas ausgemacht.
Außerdem habe ich gelesen, der moderne Mensch sei gebildet und postmateriell. Wenigstens letzterem bin ich ein Stück näher gekommen.

17.11.09



Diesem Kontaktbogen habe ich mich gestern ausführlich gewidmet. Den halben Tag in der Dunkelkammer verbracht. Ich habe ja meine Zweifel, dass das gesundheitsfördernd ist, aber so eine manuelle Arbeit macht zur Abwechslung auch mal Spaß. Es braucht Geduld und Zeit, aber ansonsten ist es wie Photoshop oder Lightroom: man wedelt, filtert, macht schwärzer, heller, kontrastreicher, isoliert einzelne Bildteile, ändert das Format usw.
Leider suche ich mir gerne schwierige Bilder zum Vergrößern aus (mit nicht so toller Belichtung), weshalb ich dann komplizierte Operationen mit Händen und Kartonstückchen ausführen muss.
Das war ein richtiges Dunkelkammer-Comeback, ich war lang nicht mehr drin.