| Aene Gespinst |






aene gespinst.





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14.07.12

Torino /Liebeserklärung






Unchronologisch und so, wie es mir gerade in den Sinn kommt, werde ich in den nächsten Tagen 
meine Bilder aus Norditalien posten, wohin ich neulich gereist bin.
Ich habe dieses Mal selbst die Negative gescannt und mich dazu entschlossen, dass der schwarze 
Negativrand dranbleibt!...


Zunächst Turin: eine Stadt, in die ich immer zurückkehren muss, weil sie so schön ist! Auch, 
weil mit jeder Straßenecke, jedem Gebäude und jedem Lichteinfall verschiedener Tageszeiten 
so viele Erinnerungen verknüpft sind, und weil dort Menschen wohnen, bei denen ich mich zu 
Hause fühle, die wiederzusehen ist, als wäre keine Zeit seit dem letzten Wiedersehen vergangen, 
egal, wie viele Jahre es her ist.
Ich setze mich einfach auf eine Bank, vielleicht am Palazzo Carignano oder der Piazza Bodoni, 
oder schlendere durch die Schachbrett-Straßen, Via Po, Via Carlo Alberto, Via Garibaldi und 
zurück, und lasse mich ganz von Erinnerungen übermannen, die auf mich hereinströmen und 
denen ich mich so gerne aussetze.
Turin, hier hat Nietzsches geistige Umnachtung begonnen, und Nostradamus die Zukunft vorher-
gesehen, hier treffen sich zwei magische Dreiecke, die der schwarzen und weißen Magie, die 
man durch komplizierte Sichtachsen und Fingerzeige steinerner Statuen nachverfolgen kann, 
hier wurde der Nougat erfunden und der Martini.


Bilder: Università di Torino, Via Po. / Verwaltung.
In Palazzi hineinspähen ist meine Lieblingsbeschäftigung in Turin. Die Farben, Materialien, Schönheit, 
es gibt immer etwas zu entdecken. In den Bars klappern Espressotassen, und es wird geschäftig 
mit Tramezzini hantiert. 

22.05.12

Kreta :: Κρήτη #3








Nun, ich verwirre wohl meine Leser, denn nein, es hat nicht im Mai geschneit in Polen (kann 
aber auch vorkommen). Ich war schon im April in Kreta, dieser Blog folgt einfach keiner Chronologie. 
Ich versuche es immer wieder mit Chronologie, aber es will nicht so recht klappen. Es schneit 
überhaupt nicht in Polen, ganz im Gegenteil hat uns seit Tagen eine Hitzewelle erfasst, 30° schon 
um 11 Uhr morgens, dazu Sommergrippe und Klausuren. Ganz wunderbar, diese Kombination! 
Das zentralosteuropäische Klima ist anstrengend, es ist so extrem. Zwischen Sommer und Winter; 
zwischen Hitzewelle und 12° vor einer Woche noch; zwischen Tag und Nacht. Es fehlt das Meer 
als isolierende Schicht, auf dieser großen Landmasse sind wir ganz den Launen von Sonne, 
Wolken und Wind ausgesetzt. 
Zurück zu Kreta, denn mit der Rückschau dieses Urlaubs bin ich ja gerade beschäftigt. Es war 
das erste Mal für mich, das Mittelmeer im Frühling zu sehen. Es hat alles geblüht, Margeriten, 
Ginster, Mimosen, Orangenbäume... Es hat anders geduftet als im Spätsommer, frischer, leichter, 
noch nicht so herb und würzig.
-----Habe ich schon erwähnt, dass ich ein Haus am Mittelmeer haben möchte? (Später, wenn 
ich groß bin?)

21.05.12

Kreta :: Κρήτη #2





Am letzen Tag war Aprilwetter, es hat geregnet, gehagelt, gestürmt, dann hat die Sonne geschienen. 
Mit unserem kleinen Mietauto mussten wir irgendwo auf einer der kleinen Straßen, die sich durch 
Kretas Berge winden, anhalten, da sie sich in einen Bach verwandelt hatte. Kurze Zeit später 
war alles vorbei und Dampf stieg aus den Tälern empor. Der Regen hat uns nichts ausgemacht, 
denn die Farben waren dennoch wunderschön und die Sonne kam für die Dauer unserer Siesta 
-in ein Tuch eingerollt am Strand - hervor. Es hat uns sowieso alles überhaupt nichts ausgemacht,
nicht das Wetter, nicht die albernen Amerikanerinnen aus unserem Hostel, mit denen wir uns das 
Auto geteilt haben, denn wir waren in Kreta auf dem Weg nach Elafonisi, wo eine dünne Landzunge 
(Sandzunge, nur einige Meter breit) eine kleine Insel mit Kreta verbindet. Nichts hat uns irgendwie 
etwas ausgemacht, denn es war der letzte Tag, am selben Abend mussten wir in den Flieger 
steigen, nach Polen zurück, wo es in unserer Abwesenheit nochmal geschneit hatte. Wir sind in eine 
kleine Taverne eingekehrt, wo wir frischen Fisch gegessen haben, den uns die Wirtin vorher in ihrer 
Küche gezeigt hatte und Dakos (Vollkornkräcker mit Tomaten und Schafskäse) und griechisches 
Jogurt mit eingelegten Bergamotten haben wir auch gegessen und Bergamottenlikör getrunken. 
Und es war herrlich.

25.01.12

Größer, schöner, weiter































Im Jahr 2012 möchte ich mit größeren Bildern aufwarten, damit ihr mehr 
zu schauen habt und mehr Details erkennt. Auch wenn die Tendenz bei 
mir zum großen Korn und nicht zur digitalen Megaauflösung geht, 
können größere Ansichten nicht schaden, denke ich mir. 


Das Bild ist genau vor einem Jahr entstanden und zeigt die kentishe Küste. 
Bald gibt es neue Winterbilder von mir. Die Farben verschwimmen im 
Winter alle zu einer Harmonie mit nur sehr vagen, feinen Nuancen. Man 
muss Nachsicht haben mit dem Winter. 

08.10.11

Sommer in Dresden #2



























Dresden, lichtdurchflutet, eine Stadt, in die ich sofort ziehen würde. Überall gibt es schöne Ecken zu entdecken.  
Mit diesen Bildern ist meine Sommerrückschau vermutlich auch schon beendet - und wenn wir mal ehrlich sind, ist es eh eine sehr anachronistische Idee gewesen, jetzt noch Bilder vom Sommer zu posten. Denn es ist heute nochmal ein bisschen kälter geworden hier - der polnische Winter schickt schon mal eine zarte Vorahnung. Da ich als äußerst kältemepfindliches Wesen schon Schiss vor dem Winter habe, habe ich mir gestern einen richtigen Pullover gekauft, mit Norwegermuster, Alpakawolle und allem drum und dran.  

07.10.11

Sommer in Dresden #1

























Gartenidyll meiner Schwester. 
Hängemattenidyll. 
Es waren schöne faule heiße Tage in einer schönen Stadt. 
Schnell noch ein paar Sommererinnerungen festhalten, da heute der Herbst gekommen ist. 

31.08.11

Nordlicht






Turner Contemporary, Margate.


Dieses Museum ist William Turner gewidmet, der in Margate ein paar seiner berühmten Bilder gemalt hat und sich immer wieder von dem Licht dort inspiriert gefühlt hat. Chipperfield hat das Museum gebaut und es sehr gelungen geschafft, das besondere Licht im Gebäude einzufangen. 
Es war ein richtig schöner Ausstellungsbesuch, denn das Wetter war ausnahmsweise wunderschön (der Sommer in Kent ist nicht immer Zuckerschlecken) und ich hatte nichts zu tun. Ich hatte sogar fast Langeweile, sodass Chipperfields Museum als einziges modernes architektonisches Highlight in der Region die optimale Beschäftigung war. 
Ich habe die Fotos erst jetzt wieder in digitalen Bilderfluten entdeckt und wollte sie noch gerne posten, bevor ich morgen gen Osten aufbreche.

08.08.11

Last Bit






Die Suspension Bridge in Bristol. (Auch eine tolle Stadt). Nach einem Regenguss in dem schönen nordischen Licht glänzend.


(Wow, dies ist mein hundertster Post. Nicht so viel, wenn ich mal darüber nachdenke, wie lange ich das hier eigentlich schon mache).

26.07.11

Bye-bye











Ich habe England noch gar nicht Tschüs gesagt, von daher geschieht das jetzt auf bildliche Art und Weise. Vielleicht braucht es einfach diese Zeit (also genau drei Wochen), um zu merken, dass es tatsächlich vorbei ist. Alles ein wenig nachklingen lassen. Wenn ich einen Ort wechsle oder nachdem ich ihn gewechselt habe, stellt sich immer erst eine Euphorie ein, ich genieße das Neue oder das Alte-Wiedergefundene und irgendwann erledigt die Zeit dann ihr Übriges und ich beginne, bestimmte Dinge zu vermissen und den ganzen Aufenthalt nochmal Revue passieren zu lassen. Vermissen werde ich Humus aus dem Supermarkt, die Umgangsformen, die englische Sprache und zu-Hause-ganz-albern-Sein.  

29.05.11

Manchmal muss ich zu meiner eigenen Freude Blumenbilder posten





Mohn, Akelei, Je-länger-je-lieber und andere Blumen mit schönen Namen kann man in England viel bestaunen. Blumen sind außerdem sehr fotogen, sie sehen immer schön aus und halten ganz ruhig. Sie sind ein sehr dankbares Motiv. Ich bin wirklich ein großer Fan von Blumen. 

20.05.11

Englischer Frühling #2







Der pastellfarbene englische Frühsommer mit archaischer, aber dafür ästhetischer Stromversorgung.

Heute habe ich mein erstes Exam geschrieben, es folgen noch drei. Ich habe sehr lange keine Klausuren mehr geschrieben und meine zur Handschrift benötigten Muskeln haben sich spürbar zurückgebildet. Ich kann mich gar nicht mehr mit meinem krakeligen Schriftbild identifizieren! Gott sei Dank oder leider geht es bei diesen Klausuren für mich um gar nichts (außer vielleicht meine Handschrift wieder in den Griff zu bekommen), weshalb ich es Gott sei Dank oder leider nicht geschafft habe, größere Mengen Adrenalin in mein Blut auszuschütten. Vielleicht ist das auch besser so, denn Michel Foucault hätte es sicher auch nicht gewollt, dass ich nervös bin, nur weil er ein paar Bücher geschrieben hat. 

Ich saß in einer riesigen Turnhalle auf dem Platz G5, wie bei Schiffe versenken, wobei G5 natürlich der Volltreffer war. Vor Beginn kam eine Lautsprecheransage wie im Flugzeug, jetzt geht es aber los, dachte ich, man solle nicht versuchen, abzuschauen und, wenn überhaupt, nur stilles Wasser trinken. Die Student ID mit der Exam Number wird rechts oben auf den Tisch gelegt. Ich war eine Nummer in einem System auf meinen entsprechenden Koordinaten und ich fands ganz okay. 

10.05.11

Profipolin























Sehr tapfer und erfolgreich habe ich mich in Polen mit meinen drei Wörtern Polnisch durchgekämpft, die da wären: Dzien dobry (Guten Tag), Tak (Ja) und Dziekuje (Danke). „Nein“ kann ich noch nicht sagen, aber Nein sagen fällt einem ja manchmal sogar in der eigenen Sprache schwer, also ist das wohl zu verzeihen. Mit „tak“ und einem strengen Gesichtsausdruck kann man vielleicht sogar auch Entsprechendes signalisieren? Schwierig wird es nur, wenn einem „oder“-Fragen gestellt werden. Das ist mir auch prompt passiert, da war ich nicht vorbereitet. Ich habe im Supermarkt (an der Theke!) Kohlsalat gekauft (passt besser zu Polen als Rucolasalat mit gehobeltem Parmesan und halbierten kandierten Kirschtomaten). Die Dame hinter der Theke hat mich dann gefragt, ob ich die kleinere oder die größere Größe wolle. Unvorbereitet wie ich war, habe ich nur schnell „tak“ sagen können, was sie ziemlich verwirrt hat und mich auch. Dann hat sie nacheinander auf die verschiedenen Größen gezeigt und ich habe dann bei der passenden Größe (es war gleich die erste, die größere) „tak“ gerufen. 

03.03.11

Seaside

Ramsgate, Broadstairs und zurück.
Erst sind wir am Strand entlang spaziert, unterhalb der Steilklippen (das war das erste Mal für mich, dass ich im Winter am Meer war) und zurück sind wir auf der Uferpromenade entlang gegangen, auf den Steilklippen. 






Nach dem windigen Spaziergang sind wir in "Peter's Fish Factory" eingekehrt. Nachdem wir matschige Chips und Panade mit ein bisschen Fisch darin gegessen hatten, haben wir selbst gerochen, als wären wir frittiert worden und auch unsere Mägen haben sich angefühlt wie eine Fritöse. 

24.01.10

Längste Zeit ohne Sonne seit 1964: 18 Tage


In den letzten Wochen hier hatte ich Gelegenheit, alle Nuancen der Farben braun und grau kennen zu lernen, die es so gibt. Berlins Winterkleid bemüht diese Farbpalette. Aber es hat echt bunte Unterwäsche an, knallig bunt würde ich sagen. Vor allem nachts. Nicht täuschen lassen von dem unscheinbaren Gewand! Lieber daruntergucken. Aber das wisst ihr ja alle. Wer mag Berlin eigentlich nicht?

Da ich jetzt auf absehbare Zeit der arbeitenden Bevölkerung angehöre, verlagert sich mein Leben auf das Wochenende. 40 Jahre lang in einem täglichen 9 bis 5 (oder auch mal 6) Rhythmus zu arbeiten, kann ich mir gar nicht vorstellen.
Also, ich kann mir gerade gar nichts vorstellen, was in der Zukunft liegt. Aber es gibt eine Wahrscheinlichkeitsskala. (Und eine Wunsch- und eine Vernunft- und eine Zweifelskala).

Ich würde gerne mehr Fotos machen hier. Aber 1. ist es morgens dunkel, wenn ich aus dem Haus gehe und dunkel, wenn ich wieder komme und 2. würden meine Finger abfrieren bei dem Versuch die Feinmechanik des Fotoapparates zu bedienen. Das könnte es allerdings wert sein. Ich werde es versuchen.

14.12.09





Die Geburtstagsgrüße dieses Jahr waren sehr floral. Hat das damit zu tun, dass ich mal meine Vorliebe zu Blumen bekundet habe? Ich habe mich doch sehr gefreut über die hübschen Karten in ihren hübschen Umschlägen.
Von meiner Tante kam ein besonders antikes Exemplar und besonders herzig, im wahrsten Sinne des Wortes.

Danke!