| Aene Gespinst |
aene gespinst.
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24.05.11
|ˈnōˌmad|
Und schon wieder ein Exam hinter mir, die Post-Exam-Erleichterung füttert den Blog. Schrittchen für Schrittchen, Exam für Exam, nähern sich mein Semester und meine Englandzeit dem Ende. Dann geht es schon wieder an neue Ufer... Das Schöne an aene gespinst ist ja, dass ich euch jedes halbe Jahr von einem anderen Ort Bilder und Eindrücke posten kann, da ich meine Zelte sehr sehr oft woanders aufschlage. Ich bin hauptberuflich Nomade. Neo-Nomade. Mein modernes Zelt sind zwischengemietete möblierte WG-Zimmer und mein Gepäck ist ein Koffer, ein Computer, naja, und ein paar Kleider natürlich. Und eine Kamera. Aber vorerst werde ich noch ein wenig genießen, dass ich gerade bin, wo ich bin.
09.03.11
Alle Temperaturen unter 10° sind eine Frechheit
Dank dreitägigem Sonnenschein, der in dieser Intensität und Länge hier Premiere ist, bin ich aus der Winterstarre erwacht. Ich habe den Verdacht, das ich ein wechselwarmes Tier bin. Das sind diese Tiere, die ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können, sondern gezwungenermaßen der Umgebungstemperatur anpassen. Man muss sie, wenn sie zu lange in der Kälte waren, in die Sonne tragen, damit sie wieder auftauen (Leguane zum Beispiel). Ich wurde jetzt in die Sonne getragen und wäre sehr enttäuscht, wenn ich nochmal einfrieren würde.
Ich kenne tatsächlich niemanden, der kälteempfindlicher wäre als ich. Neulich habe ich sogar was ganz Schlimmes gemacht: frei nach dem Motto "google niemals deine eigene Krankheit" habe ich Begriffe wie "übermäßige Kälteempfindlichkeit"und "chronisches Kälteempfinden" eingegeben. Überraschenderweise scheint das aber keine anerkannte Krankheit zu sein.
Ich bereite mich auf einen leicht chaotischen Trip nach London vor.
Ich kenne tatsächlich niemanden, der kälteempfindlicher wäre als ich. Neulich habe ich sogar was ganz Schlimmes gemacht: frei nach dem Motto "google niemals deine eigene Krankheit" habe ich Begriffe wie "übermäßige Kälteempfindlichkeit"und "chronisches Kälteempfinden" eingegeben. Überraschenderweise scheint das aber keine anerkannte Krankheit zu sein.
Ich bereite mich auf einen leicht chaotischen Trip nach London vor.
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07.03.11
Das wurde Zeit, fast hätte ich eine Bestrahlungslampe gebraucht
Kein Wölckchen am Himmel, die Sonne strahlt: Bin ich noch in England? Auf dem Weg zur Uni blühen Krokusse in allen Farben und ein Meer an Narzissen macht sich auch schon bereit. Heute ist vermutlich der schönste Tag, den ich hier bisher erlebt habe. Wettertechnisch. Auch sonst ist er nicht schlecht: Ich habe einen in Windeseile verfassten Essay elektronisch übermittelt (alles virtuell hier). Ich hatte mir für den Essay eine falsche Deadline gemerkt (einen Monat später als tatsächlich). Aber jetzt bin ich froh, dass es getan ist und dass ich es geschafft habe, meine Ansprüche ganz schön weit herunterzuschrauben. Das tut mir mal richtig gut und wird das Motto des - ohnehin nur noch kurzen - Semesters! Und weil ich schon mal dabei bin, habe ich beschlossen, dass ich dann auch gleich einen Kurztrip nach London unternehmen kann. Vier Tage wollen wir uns dort verlustieren (sieht sehr komisch aus, dieses Wort in schriftlicher Form) und ich werde natürlich die Kamera mitnehmen.
20.02.11
Required Reading
Diamond, Larry. 2008. The Spirit of Democracy. The struggle to build free societies throughout the world. New York: Holt Paperbacks, pp. 17-87.
Wolin, Sheldon. 2008. Democracy Incorporated: Managed Democracy and the Specter of Inverted Totalitarianism. Princeton: Princeton University Press.
Adorno, Theodor and Max Horkheimer. 1979. (1944). Dialectic of Enlightenment. London: Verso Edition, chapter: „The Culture Industry: Enlightenment as Mass Deception“, pp. 120-167.
Cohn, Carol. 1987. „Sex and Death in the Rational World of Defence Intellectuals“ in: Signs: Journal of Women in Culture and Society, vol.12, no.4, pp. 687-718.
06.02.11
Wonderwood*
Wege, Linien, Fluglinien, Fluchtwege, Wegweiser, Linienbusse, Lebenswege, Lebenslinien...
Februar wird der Monat des Reisens. Irgendjemand noch eine Reise gefällig?
Ob Zug, Bus, Flugzeug oder Fähre - ich bin jetzt Experte. Mein zweites Standbein wird das Reisebüro "gespinst reisen" (bislang ehrenamtlich). Mein erstes Standbein ist mein rechtes.
Ob Zug, Bus, Flugzeug oder Fähre - ich bin jetzt Experte. Mein zweites Standbein wird das Reisebüro "gespinst reisen" (bislang ehrenamtlich). Mein erstes Standbein ist mein rechtes.
*Hommage an mein neues Parfüm.
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02.07.10
07.01.10
2010 ist da und ich bald woanders








Der Winter ist so schön, alles ist sehr weiß. Spaziergänge nachts und tags haben sehr viel Charme, der Garten und der Schwarzwald auch.
Übermorgen geht es nach Berlin, für zwei Monate. Lyon liegt hinter mir, jetzt fängt schon etwas Neues an. Und danach noch etwas Neues und danach auch, aber lieber nicht daran denken. Mir schwirrt der Kopf, soviel Dinge, die ich machen könnte, sollte, wollte.
Ich bin verwirrend unnostalgisch, dass eineinhalb Jahre in Frankreich vorbei sind. Bis auf eine Metrokarte, die ich noch in meiner Manteltasche gelassen habe, obwohl ich sie hätte wegschmeißen können. Vielleicht kommt das später, die Nostalgie.
Es hat seine eigene Ästhetik, etwas hinter sich zu lassen, die Wohnung leer und sauber hinterlassen und nicht mehr wiederkommen. Einfach mit dem Schritt in den Zug einen Lebensabschnitt zurücklassen. Und einen neuen anfangen. Das ist vielleicht das Schöne: ein Ende ist ein Anfang von etwas anderem. Der Anfang von einem neuen Ende, zum Beispiel.
Ach, alles zu kompliziert. Jetzt muss ich erstmal überlegen, mit welchen Textilien ich versuchen werde, dem sibirischen Kontinentalwind in Berlin zu trotzen.
Übermorgen geht es nach Berlin, für zwei Monate. Lyon liegt hinter mir, jetzt fängt schon etwas Neues an. Und danach noch etwas Neues und danach auch, aber lieber nicht daran denken. Mir schwirrt der Kopf, soviel Dinge, die ich machen könnte, sollte, wollte.
Ich bin verwirrend unnostalgisch, dass eineinhalb Jahre in Frankreich vorbei sind. Bis auf eine Metrokarte, die ich noch in meiner Manteltasche gelassen habe, obwohl ich sie hätte wegschmeißen können. Vielleicht kommt das später, die Nostalgie.
Es hat seine eigene Ästhetik, etwas hinter sich zu lassen, die Wohnung leer und sauber hinterlassen und nicht mehr wiederkommen. Einfach mit dem Schritt in den Zug einen Lebensabschnitt zurücklassen. Und einen neuen anfangen. Das ist vielleicht das Schöne: ein Ende ist ein Anfang von etwas anderem. Der Anfang von einem neuen Ende, zum Beispiel.
Ach, alles zu kompliziert. Jetzt muss ich erstmal überlegen, mit welchen Textilien ich versuchen werde, dem sibirischen Kontinentalwind in Berlin zu trotzen.
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30.12.09


Jetzt habe ich es endlich geschafft, diesen Blog hier aus dem Winterschlaf zu rütteln! Er hat sich hartnäckig gewehrt und war schon fast im Tiefschlaf, aber heute hat es geklappt. Pünktlich zum Jahreswechsel. Und zum Ortswechsel. Ich verabschiede ich mich von 2009 und von Lyon und vielleicht hält ja auch 2010 ein paar Wechsel bereit. Bestimmt sogar. Alles andere wäre in meinem Fall komisch.
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02.11.09


Kleine Deutschlandtour beendet.
Herbstliche Schwarzwaldluft mit Sonne in Freiburg
Kalte Luft mit Kohleduft in Weimar (dort heizt man noch so!, schwarze Flecken vor den Kellerfenstern)
Weimar - - Lyon
Die beiden Orte meines Studiums.
Die ostdeutsche Kleinstadt und die französische Großstadt.
Wie oft haben uns Für und Wider der beiden Städte, Unis, Systeme, Methoden, Mentalitäten beschäftigt. Ich scheue mich das zu bewerten (wäre ich in meinem Fach ja eine Kulturchauvinistin), aber natürlich tue ich es doch.
Fazit? Jeder Standort hat seine (Be-) Stimmung.
Standort|be|stimmung:
Stimmung
-hach, alles anstrengend. Schleppend, zäh.
Das Ende im Blick, aber noch nicht im Gefühl.
Standort
Lyon. Und viel anderswo. Ich kenne nun alle erdenklichen Positionen um es sich auf einem Zugsitz bequem zu machen und die, die man vermeiden sollte, alle Widrigkeiten des Zugfahrens, Streik, Verspätung, Bahnhofswechsel, Fahrkartenstempel, Durchsagen. Im Thalys viersprachige Ansagen, in Deutschland zweisprachig (das Bahn-Englisch: Wissen die eigentlich um den Kult ihrer Ansagen?), in der Schweiz zwei- bis dreisprachig. In Frankreich französisch, wie es sich gehört.
Nächster Standort
Berlin. Kurz vor den Ferien eine Praktikumszusage. Zwei Monate Hauptstadtluft. Wie die wohl sein wird? Klirrend kalt?
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Reiseerlebnisse
05.10.09
was war, was ist, was wird
Das Café Moka war einmal. Das Café Moka ist ein Foto jetzt und eine Aufschrift auf einem Haus. Es wird vielleicht beides bleiben, vielleicht nur ein Foto, vielleicht nur eine Erinnerung
Am Wochenende war ich auf Satzsuche. Ihr wisst schon, den Satz für meine imaginäre Fotoreise. Ich habe ihn noch nicht gefunden. Aber ich weiß schon, worum es gehen wird. Um Zeit. Die zerrinnt und zerfällt und unaufhaltsam ist und sich doch manchmal momentartig in unser Gedächtnis brennt. Der Fotoapparat kann diese Momente für gewöhnlich einfrieren. Ich möchte aber dieses Mal keine Momente einfrieren, sondern im Gegenteil Zeit einfangen. Flüchtiges, Zerfallendes, etwas, das schon nicht mehr ist, wenn man den Auslöser betätigt.
Na dann, Ärmel hochgekrempelt!
Meine Hände strömen einen leicht chemischen Geruch aus. Heute war ich in der Dunkelkammer und habe einen Film entwickelt. Das ist Handarbeit und dauert wirklich lange. 30 Minuten neben einem Behälter stehen und alle fünf Minuten neues Wasser einfüllen bietet allerdings endlich mal Gelegenheit, die Kommilitonen besser kennen zu lernen, dort unten im Keller mit schwarz gestrichenen Wänden. Es waren nette Begegnungen.
Heute habe ich aus dem Fenster geschaut und das erste Mal Hallo Herbst gedacht. Mit meinen chemischen Händen habe ich ihm dann zugewunken. Der Mantel hängt bereit.
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01.10.09


Meine alte Kamera ist zu neuem Leben erwacht! Eigentlich ist sie eine Leihgabe von meinem Vater. Es handelt sich um die legendäre Canon F1, die 1971 die erste wirklich professionelle Kamera war, die Canon herausgegeben hat. Nun, nach über 30 Jahren, zeigte sie doch einige Gebrauchserscheinungen. Ich habe sie zu einem der letzten Reparateure analoger Kameras dieser Erde (zumindest dieser Stadt) gebracht und er hat ein wenig Patina entfernt...
Jetzt kann das fröhliche Fotografieren weitergehen!
Mein Fotokursthema "Le voyage imaginaire" betreffend habe ich bemerkt, dass meine Arbeit dazu keine Motivwahl sein wird. Das würde mich zu sehr einschränken. Ich werde einen Satz wählen, von dem aus die imaginäre Reise losgehen wird.
..ach ja, und noch eine Fotonotiz: Ich darf eine Ausstellung vorbereiten. Mit meinen Bildern! Ich habe sie heute ausgewählt.
27.09.09


Ich habe einen Fotoauftrag, der lautet: "Le voyage imaginaire". Das ist das Thema meines Fotokurses, also ein weites Feld. Zu weit vielleicht, mir fällt es schwer, meine diffusen Ideen etwas einzugrenzen. Heute habe ich mich in den Zug gesetzt und bin ausgestiegen, wo es ländlich aussah und habe dann auch das Feld gefunden, das weite. Tiefe Ackerfurchen, ein Maisfeld, ein Wäldchen und ein kleines Moor habe ich durchquert. Das Moor habe ich eher versucht zu umgehen, aber mein rechter Schuh trägt noch die schlammigen Spuren.
Mein Fotoapparat kam zwar nicht auf seine Kosten, der Film ist nicht einmal voll geworden, aber 25° und Bewegung an der frischen Luft entschädigen mich.
Ich wünsche einen schönen Wochenanfang!
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17.08.09
Es ist Sommer. Viel freie Zeit liegt vor mir und noch mehr hinter mir. Das ruft Ideen auf den Plan, manche nur Hirngespinste, manche gleich verworfen, andere wollen realisiert werden. Deshalb jetzt ein Blog mit Fotos, die ich schieße und Gedanken, die ich denke. Er wird sich erstmal, in einer Rückblende, meinen Reiseerlebnissen aus Afrika widmen und dann ist er freigegeben für alles, was mir so einfallen wird.
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