| Aene Gespinst |
aene gespinst.
03.02.11
02.02.11
Here we are
England -
ESSEN. Produkte, die von Her Majesty The Queen empfohlen werden, nicht konsumieren. Mit Verlaub, die Dame hat keinen Geschmack! Süß und klebrig scheint sie zu lieben, künstlich noch dazu. Nicht unterwegs essen. Lieber selbst Nahrung zubereiten, um böse Überraschungen zu verhindern.
BUS FAHREN. Beim Aussteigen beim Busfahrer bedanken. Aus der oberen Etage des Busses erst herunterklettern, wenn dieser schon steht.
ÜBERLEBEN. Erst rechts, dann links schauen. Dann Straße überqueren.
WOHNEN. Klein sein. Sehr klein. Kein Auge für qualitativ hochwertige Materialien und Verarbeitungen haben. (Keine Ansprüche, am besten! Aber einen gut gefüllten Geldbeutel).
SPRECHEN. Oberlippe aristokratisch vorwölben. Vokalen viel Aufmerksamkeit und Dehnungen schenken. Ab und zu mal eine Tonlage höher sprechen, dann wieder tief.
HÖFLICH SEIN. Happy sein, wenn man jemandem helfen darf. Cheers wünschen, wann immer sich eine Gelegenheit bietet.
Weitere Anleitungen zum Englisch Sein und Bilder werden folgen.
Cheers, ihr Lieben!
ESSEN. Produkte, die von Her Majesty The Queen empfohlen werden, nicht konsumieren. Mit Verlaub, die Dame hat keinen Geschmack! Süß und klebrig scheint sie zu lieben, künstlich noch dazu. Nicht unterwegs essen. Lieber selbst Nahrung zubereiten, um böse Überraschungen zu verhindern.
BUS FAHREN. Beim Aussteigen beim Busfahrer bedanken. Aus der oberen Etage des Busses erst herunterklettern, wenn dieser schon steht.
ÜBERLEBEN. Erst rechts, dann links schauen. Dann Straße überqueren.
WOHNEN. Klein sein. Sehr klein. Kein Auge für qualitativ hochwertige Materialien und Verarbeitungen haben. (Keine Ansprüche, am besten! Aber einen gut gefüllten Geldbeutel).
SPRECHEN. Oberlippe aristokratisch vorwölben. Vokalen viel Aufmerksamkeit und Dehnungen schenken. Ab und zu mal eine Tonlage höher sprechen, dann wieder tief.
HÖFLICH SEIN. Happy sein, wenn man jemandem helfen darf. Cheers wünschen, wann immer sich eine Gelegenheit bietet.
Weitere Anleitungen zum Englisch Sein und Bilder werden folgen.
Cheers, ihr Lieben!
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Abroad
14.01.11
Blick in die Vergangenheit, liebevoll und ironisch.
Langsam beginne ich zu verdauen, was ich da gerade gemacht und abgeschlossen habe, ein Studium in Weimar. Dieser Ort ist zwiespältig: Es ist schön da, kuschelig und klein, kreativ und experimentell (wie der Werbeslogan der Uni verspricht – und manchmal sogar hält), dabei auch noch günstig. Jeder Student kann sich einen Altbau mit Dielen und Stuck leisten und sich bohémienlike von dem Betrachten schöner Dinge ernähren. Aber es ist auch isoliert, mikrokosmisch und bisweilen gar nicht innovativ.
Es sei denn, Innovation bedeutet, alles klein zu schreiben, auch substantive und namen, und dazwischen Punkte, gerade Striche oder Slashs einzufügen, sodass die Bedeutung durch diese typographischen Kniffe vermeintlich multipliziert wird. Europa erinnert/sich. Hand|Schrift. institut für medienforschung. Dabei erfüllt alles, was in Pink gedruckt ist, hohe Designansprüche zu vollster Zufriedenheit. Was der Telekom nicht gelungen ist (ihr Magenta rechtlich zu schützen), scheint Weimar ein Kinderspiel.
Wenn ich am Bahnhof ankam, war ich nach kurzer Zeit wieder in die Welt Weimar eingetaucht, hatte die Breaking News schon auf dem Nachhauseweg aufgeschnappt und erfolgreich vergessen, wie klein die große Weimarer Medienwelt von außen doch scheint. Ich ging vom Bahnhof hinunter in die Stadt (versank, sozusagen – auch das Gefälle zwischen Bahnhof aka Verbindung zur Außenwelt und Stadt muss man metaphorisch sehen) und las auf dem Weg, was auf einem Plakat proklamiert wurde: „Berlin war gestern.“ Was dann heute ist, stellt sich sogleich nur noch als rhetorische Frage. Oder ist Weimar vielleicht schon übermorgen?
Als besonders schwierig erweist es sich, in Weimar gute Laune auszustrahlen. Man könnte dabei ertappt werden, wie man in einem Moment des Sich-Gehen-Lassens hinter der Hornbrille hervorkriecht. Würde man vielleicht doch lieber mal was Uncooles machen? NB: Ganz Weimar is watching you. Und wenn es mal nicht hinschaut, fühlt es sich doch so an, als beobachte es dich noch immer. Ein Panoptikum!
Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Niemand sollte sich ein Studium in Weimar entgehen lassen, das meine ich wirklich ernst. Komme als graue Maus vom Land und lass Weimar etwas ganz Erstaunliches aus dir machen! Vieles wird in Weimar produziert, das ich gerne angeschaut habe, vorausgesetzt, die nur in geringem Maße aufschlussreiche Interpretation des Schöpfers à la „sieht halt geil aus“ wird ein wenig ignoriert. Und so komme ich zum Schluss mit dem nicht ganz so glamourösen Fazit, das vieles in/aus Weimar „geil, aber unwahr beziehungsweise egal“ ist.* Und trotz allem ist zu bedenken, dass ersteres niemanden ganz unberührt lässt.
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Halbernst des Lebens
09.11.10
Was noch geschah #2



Was noch geschah... (in meiner langen Abwesenheit hier) war ein Sommer. Nachdem ich fast den ganzen Sommer über ein intensives tête-à-tête mit meinem Schreibtisch hatte (mit dem auf dem Bild im letzten Post und mit ganz vielen Bibliotheks- und anderen halb-/öffentlichen Schreib- und vereinzelt Cafétischen) habe ich ihn schlussendlich im Stich gelassen und habe Sommerferien nachgeholt.
Ein wenig Ruhe. Ein wenig Sonne.
Und dann war nicht nur der Film zu Ende, sondern auch der Sommer.
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Nicht urban,
Reiseerlebnisse
08.11.10
Was noch geschah #1


Hier bin ich ausgezogen. Die Bilder sind allerdings nicht von kurz vor dem Auszug, so sah es immer aus. Ich mag es, wenn die Wände (fast) unbehangen sind und der Boden nicht bestellt. Ich glaube, ich hatte tatsächlich in meinem Leben noch nie so viel Platz für mich wie in diesen Zimmern (zwei waren es). Nun ist dieser Ort auch vergangen. Ohje, bald muss ich eine Liste machen: Wo ich wann wie lange gewohnt habe, damit ich es nicht vergesse. Andere Menschen haben dafür Autokennzeichen, um es nicht zu vergessen. Habe ich nicht, also ein paar Bilder.
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Inertia
02.07.10
26.04.10
Zum Glück habe ich das Label "Inertia"

Copyright: meine Schwester
Nun ja, mein Blog ist gerade nicht sehr aktiv, muss ich erschreckt fest stellen. Das liegt wirklich nicht daran, dass ich so stillstehe wie mein Blog, aber es liegt an Bildermangel. Ich möchte tatsächlich viel öfters fotografieren als ich es tue. Aber dazu muss man im Alltag erst mal Motiv & Muße finden.
Deshalb heute zum ersten Mal ein Bild, das ich nicht selbst geschossen habe, auf dem ich aber zu sehen bin. Vielen Dank dafür an meine Schwester! Es könnte hier als Motivation verstanden werden, dass ich meine schöne Kamera doch wieder in die Hand nehme. Und es ist eine schöne, sonnige Erinnerung an Lyon.
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Inertia
08.03.10
Das halbe Leben

Ordnung! Fast eine Woche lang habe ich mein Hab und Gut gesichtet, Umzugskartons und Schränke geöffnet und sortiert und die Hälfte (grobe Schätzung) weggeschmissen! Dafür habe ich ein Talent, fürs Wegschmeißen. Ich bin relativ unnostalgisch, wenn es um Gegenstände geht, die mir irgendwann mal irgendwer gegeben hat, die mir aber nie gefallen haben und deshalb Platz machen müssen für NICHTS. Leere Regalbretter sind wunderschön.
Ich habe mir viel Zeit genommen, alte Sachen anzugucken und zu lesen und mich zu amüsieren, habe sie aber dann, kurzentschlossen in einem schnellen Gestus dem Stapel "WEG" zugeführt. Ich muss allerdings zugeben, dass ich manche Dinge sofort mit einem Papier bedecken musste, sonst hätte mir ihr Anblick im Mülleimer doch noch etwas ausgemacht.
Außerdem habe ich gelesen, der moderne Mensch sei gebildet und postmateriell. Wenigstens letzterem bin ich ein Stück näher gekommen.
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Manuell
17.02.10
Besser im Wartesaal
Gegen einen afrikanischen Wartesaal hätte ich jetzt nichts.*
Erstens, er wäre warm. Ich schichte unglaubliche Mengen an Kleidern auf meinem Körper, bin sozusagen ein wandelnder Kleiderschrank. Und schaffe es, unter zwei Wollpullis, einem T-shirt, einem Body und einem Top eine Gänsehaut zu haben.
Ich habe viel gedacht an Afrika in letzter Zeit, meine erste große weite Reise diesen Sommer. In der Nähe von Ouagadougou, wo ich war, entsteht ja jetzt Christoph Schlingensiefs Operndorf. <Ein Projekt>, das mich sehr fasziniert. Könnte ich hinfahren?
Zweitens, und das ist nicht unwichtig: In einem Wartesaal wartet man geduldig, wird aufgerufen, sagt wo der Schuh drückt und bekommt dann ein Rezept (oder so ähnlich). Das könnte ich jetzt auch gebrauchen. Also, keinen Arztbesuch, sondern ein zielgerichtetes Warten auf eine absehbare Lösung.
Es ist gerade eher so, als ob ich im Wartesaal rumgammle und gar nicht weiß, was ich will!
*allerdings nicht gerade bei dem Wunderdoktor, dem dieses Wartezimmer in Mopti (Mali) gehörte. Er praktizierte Exorzismus.
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J'ai eu un Award! Merci, Fanny, pour le Kreativ Award!
Fanny hat mich mit einem Kreativitäts-Preis bedacht, vielen Dank! Und das ist ihr schöner Blog.
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24.01.10
Längste Zeit ohne Sonne seit 1964: 18 Tage

In den letzten Wochen hier hatte ich Gelegenheit, alle Nuancen der Farben braun und grau kennen zu lernen, die es so gibt. Berlins Winterkleid bemüht diese Farbpalette. Aber es hat echt bunte Unterwäsche an, knallig bunt würde ich sagen. Vor allem nachts. Nicht täuschen lassen von dem unscheinbaren Gewand! Lieber daruntergucken. Aber das wisst ihr ja alle. Wer mag Berlin eigentlich nicht?
Da ich jetzt auf absehbare Zeit der arbeitenden Bevölkerung angehöre, verlagert sich mein Leben auf das Wochenende. 40 Jahre lang in einem täglichen 9 bis 5 (oder auch mal 6) Rhythmus zu arbeiten, kann ich mir gar nicht vorstellen.
Also, ich kann mir gerade gar nichts vorstellen, was in der Zukunft liegt. Aber es gibt eine Wahrscheinlichkeitsskala. (Und eine Wunsch- und eine Vernunft- und eine Zweifelskala).
Ich würde gerne mehr Fotos machen hier. Aber 1. ist es morgens dunkel, wenn ich aus dem Haus gehe und dunkel, wenn ich wieder komme und 2. würden meine Finger abfrieren bei dem Versuch die Feinmechanik des Fotoapparates zu bedienen. Das könnte es allerdings wert sein. Ich werde es versuchen.
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Farben,
Stadtansichten
07.01.10
2010 ist da und ich bald woanders








Der Winter ist so schön, alles ist sehr weiß. Spaziergänge nachts und tags haben sehr viel Charme, der Garten und der Schwarzwald auch.
Übermorgen geht es nach Berlin, für zwei Monate. Lyon liegt hinter mir, jetzt fängt schon etwas Neues an. Und danach noch etwas Neues und danach auch, aber lieber nicht daran denken. Mir schwirrt der Kopf, soviel Dinge, die ich machen könnte, sollte, wollte.
Ich bin verwirrend unnostalgisch, dass eineinhalb Jahre in Frankreich vorbei sind. Bis auf eine Metrokarte, die ich noch in meiner Manteltasche gelassen habe, obwohl ich sie hätte wegschmeißen können. Vielleicht kommt das später, die Nostalgie.
Es hat seine eigene Ästhetik, etwas hinter sich zu lassen, die Wohnung leer und sauber hinterlassen und nicht mehr wiederkommen. Einfach mit dem Schritt in den Zug einen Lebensabschnitt zurücklassen. Und einen neuen anfangen. Das ist vielleicht das Schöne: ein Ende ist ein Anfang von etwas anderem. Der Anfang von einem neuen Ende, zum Beispiel.
Ach, alles zu kompliziert. Jetzt muss ich erstmal überlegen, mit welchen Textilien ich versuchen werde, dem sibirischen Kontinentalwind in Berlin zu trotzen.
Übermorgen geht es nach Berlin, für zwei Monate. Lyon liegt hinter mir, jetzt fängt schon etwas Neues an. Und danach noch etwas Neues und danach auch, aber lieber nicht daran denken. Mir schwirrt der Kopf, soviel Dinge, die ich machen könnte, sollte, wollte.
Ich bin verwirrend unnostalgisch, dass eineinhalb Jahre in Frankreich vorbei sind. Bis auf eine Metrokarte, die ich noch in meiner Manteltasche gelassen habe, obwohl ich sie hätte wegschmeißen können. Vielleicht kommt das später, die Nostalgie.
Es hat seine eigene Ästhetik, etwas hinter sich zu lassen, die Wohnung leer und sauber hinterlassen und nicht mehr wiederkommen. Einfach mit dem Schritt in den Zug einen Lebensabschnitt zurücklassen. Und einen neuen anfangen. Das ist vielleicht das Schöne: ein Ende ist ein Anfang von etwas anderem. Der Anfang von einem neuen Ende, zum Beispiel.
Ach, alles zu kompliziert. Jetzt muss ich erstmal überlegen, mit welchen Textilien ich versuchen werde, dem sibirischen Kontinentalwind in Berlin zu trotzen.
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Nicht urban,
Pläne
30.12.09


Jetzt habe ich es endlich geschafft, diesen Blog hier aus dem Winterschlaf zu rütteln! Er hat sich hartnäckig gewehrt und war schon fast im Tiefschlaf, aber heute hat es geklappt. Pünktlich zum Jahreswechsel. Und zum Ortswechsel. Ich verabschiede ich mich von 2009 und von Lyon und vielleicht hält ja auch 2010 ein paar Wechsel bereit. Bestimmt sogar. Alles andere wäre in meinem Fall komisch.
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Pläne
14.12.09




Die Geburtstagsgrüße dieses Jahr waren sehr floral. Hat das damit zu tun, dass ich mal meine Vorliebe zu Blumen bekundet habe? Ich habe mich doch sehr gefreut über die hübschen Karten in ihren hübschen Umschlägen.
Von meiner Tante kam ein besonders antikes Exemplar und besonders herzig, im wahrsten Sinne des Wortes.

Danke!
06.12.09




Les pentes de la Croix Rousse, Dezember 2008.
So war es nicht in Lyon dieses Wochenende. Es war nicht so sonnig, es war nicht so ruhig und ich hatte keine Zeit rauszugehen und Fotos zu machen. Es ist Fête des Lumières, die Straßen sind schwarz vor Menschen, wer gerne ein Bad in der Menge nimmt, wird sich wohl fühlen. 4 Mio Besucher wurden erwartet, ich weiß nicht, ob das stimmt (habe nicht nachgezählt).
Leider ist meine Präsenz hier etwas spärlich im Moment. Ich bin beschäftigt mit Lernen, Klausuren schreiben und Geburtstag, Nikolaus und 2. Advent haben. Zum Glück enthielten die Geburtstagspäckchen Weihnachtsmaterial, sodass verspätete Adventsstimmung aufkam (die in Frankreich ohnehin nicht zelebriert wird).
In der Hoffnung auf mehr Besinnung fangen meine letzten zwei Wochen hier an.
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Stadtansichten
25.11.09




In ungefähr einem Monat (oh Gott!) ziehe ich hier aus. Vorher wollte ich aber meine Wohnung noch festhalten. In einem uncharmanten französischen Nachkriegsbau gelegen, ist sie von innen eigentlich ganz charmant. Auch wenn seit dem Erbauen (1948) wohl nicht mehr renoviert wurde und ein Teil nach dem anderen kaputt geht, kann man sich hier schon wohlfühlen.
(1) Vom Vermieter aus disparaten Einzelteilen selbst zusammengebastelte Küche.
(2) Das stille Örtchen. Die Funktionsweise des Hauses wird nach außen gelegt. (Ich denke nicht, dass das damals ein architektonischer Kunstgriff war, aber heute wäre es das).
(3) Studentenkaffee. Auch ohne Kaffeevollautomaten zaubern wir latti macchiati!
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Sinnbereinigt
17.11.09


Diesem Kontaktbogen habe ich mich gestern ausführlich gewidmet. Den halben Tag in der Dunkelkammer verbracht. Ich habe ja meine Zweifel, dass das gesundheitsfördernd ist, aber so eine manuelle Arbeit macht zur Abwechslung auch mal Spaß. Es braucht Geduld und Zeit, aber ansonsten ist es wie Photoshop oder Lightroom: man wedelt, filtert, macht schwärzer, heller, kontrastreicher, isoliert einzelne Bildteile, ändert das Format usw.
Leider suche ich mir gerne schwierige Bilder zum Vergrößern aus (mit nicht so toller Belichtung), weshalb ich dann komplizierte Operationen mit Händen und Kartonstückchen ausführen muss.
Das war ein richtiges Dunkelkammer-Comeback, ich war lang nicht mehr drin.
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Manuell
15.11.09




Voilà, nun bin ich aus dem Banner in den Post gefallen. (Selbstporträt ohne Gesicht).
Nach meiner afrikanischen Wasserprojektwoche bin ich total erledigt. Es war so schön, das alltägliche Leben stand mal still, alles (Unangenehme) war weit weg. Die Straßenbahn T2 Richtung Uni wurde nicht betreten, der Computer nicht länger als 10 Minuten alle 2 Tage angemacht und ich musste dank Vollverpflegung auch nicht einkaufen. Also jetzt versuche ich mich auf den Alltag einzustellen, Verpflegung und Verpflichtungen wieder in die Hand zu nehmen.
In absehbarer Zeit falle ich ins Bett, nach einer wunderbaren - glücklichen, si j'ose dire - Woche mit tollen Menschen und Erlebnissen, die sich schon zu Erinnerungen formen, die in mir nachwirken.
Halten wir tapfer dem Montag stand!
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Afrika,
Blütezeit,
Halbernst des Lebens
12.11.09


Sie sind da!
"Demain, l'eau en partage" part two hat angefangen. In diesem Projekt arbeite ich seit März mit. 60 Jugendliche aus 6 Städten in Europa und Afrika arbeiten zusammen, um Bewusstsein für Probleme in der Wasserversorgung zu schaffen. Im Sommer haben wir uns alle in Burkina Faso getroffen (mit diesen Reisefotos fing mein Blog an) und nun sehen wir uns alle in Lyon!
Es ist anstrengend und schön, so viele Menschen und Sprachen. Es ist das erste Mal für die meisten Afrikaner, dass sie europäischen Boden betreten. Es ist spannend, ihnen unsere Welt zu zeigen. Die Tage sind angefüllt mit Begegnungen, Austausch und der guten Laune der frierenden Afrikaner, denen das schöne laute Lachen trotz Kälte nicht vergeht!
Und schon muss ich wieder los.
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Afrika,
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Reiseerlebnisse
09.11.09


Die Uni ist in letzter Zeit wirklich zu kurz gekommen. Heute habe ich es mal wieder versucht, leider hat mich dann aber geärgert, dass ich die ganze Dauer des Kurses über auf Kommentare zu meinem Kontaktbogen gewartet habe (und sonst nichts).
Da war meine Lektüre spannender. Ich habe entdeckt, dass die Zeit beim Straßenbahnfahren mit Lesen schneller vergeht als mit Musikhören. Auf dem Rückweg war ich wieder äußerst eingequetscht, hatte aber zwischen mir und der Tür einen kleinen Spalt um mein Büchlein aufzuklappen.
Ich lese "The Bell Jar" von Sylvia Plath (englisch ist die beste Sprache zum Lesen). Ich empfehle es allen jungen (und älteren) Mädels (ach, auch Jungs), es geht um Lebensentwürfe, Träume, Verzweiflung, die Liebe und das Schreiben. Die Sprache ist einfach, essenziell, zart und manchmal sarkastisch.
Voilà ein Auszug, Mädels, was werden wir am Ende wählen?
"The one thing I was good at was winning scholarships and prizes, and that era was coming to an end.
I felt like a racehorse in a world without racetracks or a champion college footballer suddenly confronted by Wall Street and a business suit, his days of glory shrunk to a little gold cup on his mantel with a date engraved on it like the date on a tombstone. I saw my life branching out before me like the green fig tree in the story.
From the tip of every branch, like a fat purple fig, a wonderful future beckoned and winked. One fig was a husband and a happy home and children, and another fig was a famous poet and another fig was a brilliant professor, and another fig was Ee Gee, the amazing editor, and another fig was Europe and Africa and South America, and another fig was Constantin and Socrates and Attila and a pack of other lovers with queer names and offbeat professions, and another fig was an Olympic lady crew champion, and beyond and above these figs were many more figs I couldn't quite make out.
I saw myself sitting in the crotch of this fig tree, starving to death, just because I couldn't make up my mind of the fig I would choose. I wanted each and every one of them, but choosing one meant loosing all the rest, and, as I sat there, unable to decide, the figs began to wrinkle and go black, and, one by one, they plopped to the ground at my feet."
Sylvia Plath, The Bell Jar, 1971.
02.11.09


Kleine Deutschlandtour beendet.
Herbstliche Schwarzwaldluft mit Sonne in Freiburg
Kalte Luft mit Kohleduft in Weimar (dort heizt man noch so!, schwarze Flecken vor den Kellerfenstern)
Weimar - - Lyon
Die beiden Orte meines Studiums.
Die ostdeutsche Kleinstadt und die französische Großstadt.
Wie oft haben uns Für und Wider der beiden Städte, Unis, Systeme, Methoden, Mentalitäten beschäftigt. Ich scheue mich das zu bewerten (wäre ich in meinem Fach ja eine Kulturchauvinistin), aber natürlich tue ich es doch.
Fazit? Jeder Standort hat seine (Be-) Stimmung.
Standort|be|stimmung:
Stimmung
-hach, alles anstrengend. Schleppend, zäh.
Das Ende im Blick, aber noch nicht im Gefühl.
Standort
Lyon. Und viel anderswo. Ich kenne nun alle erdenklichen Positionen um es sich auf einem Zugsitz bequem zu machen und die, die man vermeiden sollte, alle Widrigkeiten des Zugfahrens, Streik, Verspätung, Bahnhofswechsel, Fahrkartenstempel, Durchsagen. Im Thalys viersprachige Ansagen, in Deutschland zweisprachig (das Bahn-Englisch: Wissen die eigentlich um den Kult ihrer Ansagen?), in der Schweiz zwei- bis dreisprachig. In Frankreich französisch, wie es sich gehört.
Nächster Standort
Berlin. Kurz vor den Ferien eine Praktikumszusage. Zwei Monate Hauptstadtluft. Wie die wohl sein wird? Klirrend kalt?
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