| Aene Gespinst |






aene gespinst.





07.02.12

Food | A Case for Vegetarianism

Seitdem ich das Buch "Eating Animals" (J.S. Foer) gelesen habe, denke ich über den Zusammenhang 
zwischen Essen und meinen Erinnerungen nach, über bestimmte Gerichte, Gebäcke, Gerüche, die in eine 
bestimmte Zeit gehören. So wie man einen persönlichen Soundtrack hat – bestimmte Musik, die man zu 
einer bestimmten Zeit gehört hat – so gibt es auch einen Foodtrack.

Familienfeste, zum Beispiel, schmecken nach Butterkuchen, Frankfurter Kranz und Graubrot. 
Familienbrunchs zu besonderen Angelegenheiten oder mit Gästen schmecken nach Mohngugelhupf oder 
Hefezopf. Meine Kindergeburtstage nach Marmorkuchen, der so richtig schön schwarz/weiß war. Wochendmarkt-
Besuche in Lyon nach Oliven und Comté fruité. Skiurlaub nach Germknödeln mit Mohn. Meine Zeit auf dem
Bauernhof in den Marken nach Farro (gekochter Roggen). Sommer zu Hause nach Beeren und selbstgemachtem 
Eistee. Tanzfreudige Abende nach Gin Tonic.
So könnte ich jetzt noch lange weitermachen. Wonach schmecken eure Erinnerungen?

Essen ist das schönste und wertvollste und auch geselligste, was man machen kann. Deswegen gehört 
für mich dazu, dass ich mir Gedanken darüber mache, was ich esse, woher es kommt, und welche 
ökologischen oder sozialen Auswirkungen meine Art zu essen hat. Deswegen gehört Fleisch für mich nicht dazu. 


"The question of eating animals hits chords that resonate deeply with our sense of self – our memories, 
desires, and values. Those resonances are potentially controversial, potentially threatening, potentially 
inspiring, but always filled with meaning. (…) The questions of eating animals is ultimately driven by our
intuitions about what it means to reach an ideal we have named, perhaps incorrectly, 'being human'."
- J.S. Foer, Eating Animals, p. 264 (Penguin Edition)



"Animal agriculture makes a 40% greater contribution to global warming than all transportation 
in the world combined; it is the number one cause of climate change."
- J.S. Foer, Eating Animals, p. 58


Foer bettet seine Überlegungen zum Essen von Tieren in verschiedene Familiengeschichten 
ein (wie eigentlich alle seine Romane Familiengeschichten sind). Besonders Thanksgiving hat es ihm angetan
und die Frage, wie dieses Fest ohne den Turkey aussieht. (Schön und zeitgemäß ist die Antwort, denn der 
heutige Truthahn aus dem Mastbetrieb vollgepackt mit Hormonen und Medikamenten wäre für die frühen 
Pilgrims kein Anlass gewesen zu feiern. Stimmt, denke ich). 

Unsere persönlichen Entscheidungen über das Essen werden nie ganz privat bleiben, da wir mit/bei/vor anderen 
Menschen essen, weil Essen verbindet genauso wie polarisiert. (Weil wir mit Freunden "heute Abend 
zusammen was kochen", eine sehr deutsche Tradition, die exportiert werden sollte). Deswegen besteht 
Hoffnung, dass unsere persönliche Achtsamkeit mit Nahrung, unser Bewusstsein, Kreise ziehen werden.


"As a 'solitary eater' your decisions will, in and of themselves, do nothing to alter the industry. 
That said, unless you obtain your food in secret and eat it in the closet, you don’t eat alone. We eat as 
sons and daughters, as families, as communities, as generations, as nations, and increasingly 
as a globe. We can’t stop our eating from radiating influence even if we want to. (…) 
Eating is a social act."
- J.S. Foer, Eating Animals, p. 261




PS: Ach so, ich bin natürlich auch ein bekennender Fan von Quinoa, Kichererbsen, Amaranth, 
Hülsenfrüchten, Nüssen, Wurzelgemüse usw. Das gehört sich wohl so für ordentliche Vegetarier. Zu meiner 
Verteidigung bleibt zu vermerken, dass David Lynch auch eine ausgeprägte Schwäche für Quinoa hat.

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